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Vergangenes Wochenende fand der Auftakt zur alljährlichen MTB Marathon statt. Jährlich ist das kein geringeres Rennen als das Riva Bike Festival am Gardasee. Vor dem ersten Rennen ist man immer etwas nervös, war der Saisonaufbau gut, wie sind die Gegner drauf, habe ich was vergessen. Viele kleine Fragen, aber die Antworten bekommt man alsbald geldiefert. Die erste Frage wurde eigentlich am Dienstag ganz unmissverständlich mit meinem schlechtesten bis dato gelieferten Leistungstest beantwortet. Ich mache mir darüber keine Gedanken, da ich mich eigentlich großartig fühle.

Ich hatte das Glück von meinem Freund Alfred eingeladen zu sein – eigentlich etwas was ich gar nicht mag. Er hat ganz spontan beschlossen selbst am Rennen teilzunehmen, als Hobbyfahrer. Das beeindruckende, er ist mit meinem alten Nakita Bike gefahren, dass ich ihm noch am Abend vor dem Rennen eingestellt habe. Der Morgen des Starts verlief ganz ganz komisch. Direkt nach dem Frühstück wurde mir richtig warm. So habe ich mich auf die Couch gelegt, während ich immer mehr zu schwitzen begann. Irgendwann wars so weit und ich musste aufs Klo und habe mein komplettes Frühstück ausgeko**t. Super Voraussetzung etwas über 1 Stunde vor Rennstart für ein 90km und 4000hm MTB Event. Alfred fragte mich, ob ich jetzt eh nicht mitfahren würde, ich habe gefragt warum nicht? Und so stand ich am Start, ganz hinten im Startblock für die Extrema und im Magen eine halbe Banane und ein flaues Gefühl. Ich fuhr auch mit dem Plan einfach gemütlich die Runde zu fahren, Startgeld habe ich bezahlt, und da wäre ich auch schon. Das Ergebnis war mir eigentlich ab diesen Moment egal, verletzungsfrei und ohne körperliche Probleme durchkommen war mir wichtig. Und viel Spaß haben, vor allem auf den Trails bergab. Natürlich hat der Plan mit dem locker fahren nach dem Startschuss nicht lange gehalten, und so befand ich mich inmitten der 5köpfigen Führungsgruppe rauf zum ersten Berg wieder. Diese bestand aus Nothdurfter Flo, Teamkollege Rubisoier Daniel, mir, einem Allgäuer und einem Tschechen – klare Tiroler Übermacht. Am zweiten Berg musste ich leider aufgrund des mangelndes Energiehaushalts reißen lassen, und so ging das Rennen für mich solo weiter. Nach 1:47 Rennbetrieb fiel mein Garmin aus, von da an war ich blind. Ich wusste weder wie weit es noch war, wieviele Höhenmeter ich bereits zurückgelegt habe, ob ich zu hart oder zu langsam fuhr… grausam wie abhängig man von der Technik ist. Umso schwieriger wars, dass Teile der Strecke neu hinzukamen. Wenig später fiel mir die Hinterradbremse auch noch aus. Nachdem die Strecke mit ihren sehr schweren und vielen Trails sehr gefiel, war dies leider nicht förderlich, vor allem da es sehr nass war und leicht regnete.

Irgendwann erreichte ich schließlich doch das Ziel, war überglücklich, dass ich es ohne gröbere Probleme schaffte (keine Krämpfe, der Magen hielt auch), was die morgendlichen Probleme in den Schatten stellte.

Später erfuhr ich, dass ich direkt hinter Teamkollege Rubi 3. gesamt bei den Nichtlizenzfahrern auf der Ronda Extrema wurde, wow! (Ich habe meine Lizenz noch nicht, aber wäre bei den Profis 24. Geworden). Rubi hatte leider selbst Probleme, er verlor einen Cleat eines seiner Schuhe, und trotzdem noch ein sensationelles Rennen. Der 3. Tiroler Flo Nothdurfter bog leider einmal falsch ab… schade. Das hätte ich mir morgens mit der Schüssel vor dem Gesicht noch nicht gedacht. Manchmal schadet eine scheiß drauf Mentalität einfach nicht und kann förderlich sein.

Nach dem Rennen wurden Stimmen laut, dass die Abfahrten viel zu hart waren usw. Meiner Meinung nach machen wir hier Leistungssport, und da sollte man auch bergab fahren können. Und wenn man es nicht so gut kann, dann gibt es Fullys, Reifen mit mehr Profil, größere Bremsscheiben etc. Oder man machts wie ich, und fährt zum Trainieren einfach da hin, wo einen die spannendsten Trails erwarten, in meinem Falle an die Riviera. Mein Lieblingsspot ist voll von Endurofahrern, und was spricht dagegen, neben Intervallen bergauf, sich auch an das Limit bergab zu tasten. Ich finde der Sport wird im deutschsprachigen Raum schon sehr verweichlicht. Rennen werden immer leichter gemacht man fährt Forststraßen rauf und später wieder runter. Für Leute die einfach sich herausfordern wollen, warum versucht ihr es nicht mal bei einem Hillclimb? Ich habe mit Franzosen und Italienern schon vor langer Zeit darüber gesprochen, und die sehen das ähnlich, es ist Rennsport, und wenns nicht geht, dann kann ich absteigen und laufen. Das musste ich teilweise mit der defekten Hinterradbremse auch machen, und sogar wo ich fuhr habe ich noch Elitefahrer (die 25min früher starteten) eingeholt.

Keep Riding!

Jojo

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