Tegernsee MTB Marathon

Anscheinend muss die Generalprobe ordentlich schief gehen:

Gestern letztes Marathonrennen vor den Weltmeisterschaften und so traf sich die Marathonszene bei feucht fröhlichen Bedingungen zur Schlammschlacht und den letzten Härtetest für Mensch und Maschine beim Tegernsee Mountainbike Marathon in Rottach Egern: Bedingt durch Probleme mit Grundstückseigentümern, musste die Strecke auch dieses Jahr wieder adaptiert werden, und so ging es diesmal über 3 Runden, 3x den gnadenlosen Anstieg den Wallberg hoch und noch ein etwas leichterer Berg mit ein paar Höhenmeter zum Drüberstreuen. Danach noch ca 10km zurück nach Rottach Egern und die Runde war fertig. Im Ziel sollten es 82,5km und 3100hm gewesen sein.

Zur christlichsten Zeit ertönte am Sonntag um 8:30 der Startschuss, und es ging sofort mit ordentlichem Tempo Richtung Wallberg. Am Fuße des Berges verabsäumten die Spitzenfahrer rechtzeitig links abzubiegen. Ich habe das bemerkt und so das ganze Fahrerfeld die ersten Meter den Wallberg rauf angeführt. Leider gibt es davon kein Foto, das wäre mal Publicity gewesen, ich vor den ganzen Pro´s. Es hat nicht sehr lange gedauert, dann ordnete das Universum das Chaos wieder und so reihte ich mich hinter Guido Thaler - nach wie vor in den Top 10 - den Wallberg hoch, ein. Oben angekommen gings in die erste ruppige Abfahrt, schlechtes Wetter mit groben Steinen machten es zu einer rutschigen, matschigen Angelegenheit. Viel zu aggressiv unterwegs und so hat es keine 300m gedauert, schon hatte ich den ersten Platten (letztes Jahr schaffte ich es noch 300m weiter). Schlauch getauscht und schon ging es weiter. Der zweite Berg war etwas flacher, dafür wieder mit einem wetterbedingten feuchtfröhlichen Downhill. Und schon wartete Platten #2. Da ich nur mit 1 Schlauch unterwegs bin, hieß es erstmal laufen, dann auf der Forststraße runter auf der Felge bis ich in die Nähe von Hilfe gelangte. Ein alter Bekannter und sein Freund vom Zwillingskraft Team half mir dann aus, und die haben meine Panne behoben. Leider verlor ich alleine durch diese Aktion 17 Minuten (laut Garmin Auswertung), und so war das Rennen eigentlich für mich gegessen. Jetzt kam das Flachstück und ich hatte keinen konkurenzfähigen Partner mit dem ich Tempoarbeit leisten konnte. Auf dem Rückweg überlegte ich ob ich aufgeben sollte, oder das Rennen als intensiven Trainingsreiz weiterhin ansehen sollte. Hierfür wollte ich mich mit meiner Betreuerin Christine beraten, die so wie es der Zufall wollte, bei der Hälfte des Wallberganstieges wartete. Dort mal angekommen war ihr Tenor in etwa "Natürlich fahrst weiter!". Widersprechen traute ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, und überlegte warum ich eigentlich nie daran gedacht habe mit dem Fully zu fahren? Runde 2, 1. Downhill war wieder für eine Überraschung gut: dieses Mal blieb die Gabel blockiert und es kann sich keiner Vorstellen wie die Hände nach so einem Ritt schmerzen. Den nächsten Anstieg habe ich versucht die Gabel manuell zu öffnen (den Seilzug zu umgehen), was mir auch gelungen ist. Lieber fuhr ich mit einer offenen Gabel als wie mit komplett blockierter, so gerne lauf ich nicht zum Zahnarzt mit meiner Phobie. Kaum zu glauben, aber für mehr Überraschung war Runde 2 nicht gut. Alle guten Dinge sind 3 und als ob der Wallberg nicht schon eine Herausforderung für sich wäre, wurde dies noch erschwert als Schaltprobleme hinzukamen. Ich konnte nur noch aussuchen zwischen ersten und 3. Gang oder vom 3. auf den 2. zurück schalten. Und man glaubt es nicht, bis 5km vorm Ziel war es das auch an Problemen. Bei Bergabfahren bemerkte ich eher wieviel Probleme die anderen mit der Strecke hatten. Aber echt sehr freundlich, sobald von mir ein Lebenszeichen ala "Achtung", "Links", oder "Rechts" kam, sind sie auch stets alsbald als möglich ausgestellt. Freundlich wie ich bin, habe ich mich auch stets bei meinen Kontrahenten bedankt. Abgerechnet wird bekanntlich erst im Ziel und das dachte sich auch mein Hinterrad als es rhytmisch zu schlagen begann. Ich bin kurz stehen geblieben, habe Spiel am Hinterrad bemerkt und mir gedacht auch schon wurscht und bin weiter gefahren. Angekommen bin ich im Ziel nach 4:50, wobei ich mit meiner Leistung doch recht zufrieden bin. 

Richtig zum Ärgern war eigentlich der Anblick der Ergebnisliste: 8 Minuten schneller und ich wäre zweiter in meiner Altersklasse hinter Guido Thaler geworden, so hat es "nur" für den fünften Platz bzw. den 24. gesamt gereicht. Hätte hätte Fahrradkette!

 

Achja und das Schlagen: Es fehlten beim Anblick heute beide Schrauben der Aufhängung vom Schaltauge, es hätte noch schlimmer kommen können. Das erklärt wahrscheinlich auch die Schaltprobleme den Wallberg rauf, bei komplett ausgefahrenen Schaltwerk. 

Aber das tolle an der Sache, ein kurzer Anruf bei Franco von NAKITA und der hat mir bereits für Dienstag passenden Ersatz zugesichert. Das ist Support!!! Vielen Dank nochmal für die großartige Unterstützung die ist Gold wert!

 

Und vielen lieben Dank an die ganzen Betreuer für die Unterstützung, ganz besonders Christine und Plank Maria und ihre Kinder. Radfahren ist der kleinste Teil in dem Puzzle. 

 

Unterm Strich bin ich fitt, nicht lädiert oder sonst irgendwie beeinträchtigt und freue mich allmählich auf den 25.Juni.

 Bis bald

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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