19. beim Kufsteinerland Radmarathon (+Video)

Am Sonntag fand zum bereits dritten Mal der Kufsteinerland Radmarathon statt. Und wie jedes Jahr ist es mein einziges Rennradrennen (Bergrennen zähle ich da jetzt nicht dazu). War es letztes Jahr noch sehr regnerisch beim Start, war heuer regelrechtes Traumwetter, für mich schon fast zu heiß ;-)

Mit 550 Teilnehmern – vor allem aus sehr vielen verschiedenen Nationen – und einigen sehr guten Teams wie Corratec und das Radteam Tirol, waren einige Amateurgrößen am Start.

Beim Start ging es gleich hoch nach Thiersee, über die Marblinger Höhe, wo bereits die erste Selektion stattfand. Vorne setzten sich 2 Fahrer ab und wir machten uns auf die Verfolgung. Dabei habe ich einen großen Teil der Arbeit zu Beginn gemacht. Dahinter ging es nach Thiersee runter und da erwartet einen die erste Wand nach Hinterthiersee. Wie jedes Jahr muss ich aufgrund meiner paar Kilo die ich mehr als die Roadies haben etwas abreißen lassen. Und auch wie jedes Jahr schließen wir auf den Weg zurück nach Kufstein wieder auf. Heuer hatte ich das Glück, dass es keine Soloverfolgung wurde, sondern wir eine Gruppe waren, die alle dasselbe Ziel forcierten. Von der Marblinger Höhe habe ich mich aus Gründen der Sicherheit vorne platziert. Anscheinend bin ich bergab so viel schneller, da ich das ganze Feld um 20-30 Sekunden abgehängt habe. Auf den Weg nach Langkampfen wartete ich und ordnete mich wieder in der Gruppe ein. Gemeinsam ging es dann nach Kramsach über die bekannte, landschaftlich sehr schöne Strecke und dort wartete mein persönlicher Scharfrichter, der Anstieg nach Brandenberg. Diesmal wollte ich einfach so hart ich konnte fahren und versuchen dran zu bleiben. Es ist mir einigermaßen gelungen, nur leider hat sich die Gruppe dennoch in mehrere kleinere geteilt. Gemeinsam mit Roman Wienicke habe ich die Verfolgung aufgenommen. Roman ist blöderweise bergab nicht so stark wie ich (Zitat: „nach jeder Kurve, muss ich 10m auf dich wieder zu fahren“ … danke für das Kompliment), und so habe ich immer wieder auf ihn gewartet, da es alleine gar nichts bringt, vor allem der lange Weg zurück nach Kundl. Es dauerte nicht lange dann rückte auf den Weg zurück nach Kramsach (dazwischen ist nochmals ein grausamer Anstieg) die nächste Gruppe heran, und gemeinsam nahmen wir den Weg nach Kufstein. Fast alle in der Gruppe haben fleißig ihre Dienste geleistet, leider eben nur fast…

Auf den Weg nach Bad Häring ging nochmal eine Attacke, Roman und ich kamen gemeinsam oben an, 50m vor uns ca 5 Fahrer. Ein Dritter war da noch bei uns. Natürlich wollten Roman und ich alles daran setzen und versuchen aufzuschließen, nur verfolgte der 3. im Bunde andere Interessen… und ich weiß ehrlich gesagt noch immer nicht welche. Jedenfalls hat er brutalst die Harmonie in der Gruppe gestört, und immer wieder das Tempo herausgenommen, wenn er mit Führungsarbeit an der Reihe war. Das führte natürlich auch dazu, dass vorne die Gruppe sich aus dem Staub machte. Roman und ich mussten alleine mit dem Störenfried die Fahrt zurück nach Kufstein in Angriff nehmen. Die Strecke wurde etwas geändert, und so ging es heuer nicht von Schwoich über die Eibergbundesstraße nach Kufstein, sondern diesmal über Hirnbach und die Bundesstraße zurück. Hirnbach runter ist eine sehr steile, schlecht präparierte, und rutschige Abfahrt, aber mit ziemlich wenig Kurven. Ich habe auf den Weg nach Schwoich zu Roman gesagt, ich würde mein Glück in Schwoich versuchen und wenn er will kann er mitgehen. Dies gelang mir über die knackigen Schnapper in Schwoich nicht, dafür aber bei der Abfahrt. 300m vor mir sah ich auch die Gruppe die uns nach Häring droppte, somit wollte ich die Chance ergreifen, hopp oder tropp und setzte alles daran aufzuschließen. Dies gelang mir zwar nicht, aber ich konnte die beiden Anderen auf Distanz halten. Kleines Lob am Rande, da hier auch Straßenverkehr herschte. Big Thumbs up an die Autofahrer, die verhielten sich alle sehr fair, griffen nicht in das Renngeschehen ein und überholten auch nicht. Kufsteiner Wald hinauf kam natürlich noch das Glück, dass die ersten Anzeichen von Krämpfen sich abzeichneten, das war wohl die Kampfansage meines Körpers an mich. In Kufstein ging es dann nicht direkt die Bundesstraße sondern in Endach beim Kindergarten bog man ab. Des weiteren verlief die Strecke ziemlich verwinkelt durch Endach und auf der Innpromenade bis zur Festung und dann die Straße Richtung Oberen Stadtplatz – eigentlich die größte Gefahr mitten am Schluss eingebaut: Fußgänger, Katzen und Hunde, Kinder vor allem durch Endach und eine sehr verwinkelte Strecke. Ich konnte zwar keinen mehr einholen, aber ebenso mich konnte keiner mehr einholen. Und so finishte ich solo als gesamt 19. nach 3h34min. womit ich eigentlich zufrieden sein kann, schließlich habe ich alles gegeben, mein Durchschnittspuls lag bei 163 Schlägen/min (178 ist meine anaerobe Schwelle). Link dazu und hier die Zusammenfassung von relive.

Final kann ich nur sagen, eine sehr gute Veranstaltung, super organisiert, tolle Location, und als Einheimischer muss ich ehrlich gestehen, von der Streckenwahl sind einige schöne Spots aus dem Tiroler Unterland gewählt worden. Wenn man noch eine Erweiterung einplanen möchte, welche auch für die Teilnehmer landschaftlich interessant wäre, würde ich andenken von Wörgl in die wildschönau zu fahren  und über den Grafenbachweg nach Hopfgarten. Einziger Kritikpunkt die Streckenführung durch Kufstein sollte man überdenken, wobei ich hier auch loben muss, einige gefährliche Stellen wurden (wahrscheinlich auch im Zuge der aufkommenden Weltmeisterschaften) neu asphaltiert, so zBsp die Abfahrt nach Landl und der Kreisverkehr wo es nach Thiersee geht.

Es scheint der Radsport ist endgültig in Kufstein angekommen, und Kufstein ist zu 100% gewappnet für die aufkommenden Rad Weltmeisterschaften.

Ganz besonderen Dank an Christoph, mein Betreuer an dem Tag, er hat einen perfekten Job gemacht, war stets dort wo ausgemacht war (hat die letzten 2 Male nicht so geklappt).

Auch heuer habe ich wieder mit meiner Garmin Virb XE gefilmt und ein kleines persönliches Highlightvideo erstellt, was ich euch nicht vorenthalten möchte. Nächstes Wochenende ist rennfrei, da gönn ich mir wieder ein paar Ausfahrten in der Heimat. Darauf am Samstag die Kufsteiner Stadtmeisterschaft am Samstag bzw. der Woidman am Sonntag.

Bis dann


Bike Night Flachau

Die olympische Disziplin Cross Country und mich verbindet eine Hassliebe, ehrlich gesagt gar keine Liebe. Am Anfang meiner doch recht späten, sportlichen Laufbahn habe ich XC Rennen neben Hillclimbs bestritten, hauptsächlich weil es im Verein so praktiziert wurde. 

Letzter XC ist wahrscheinlich 13 Jahre her und so stand die Bike Night in Flachau auch niemals auf meinem sportlichen Radar. Aber als mich Ellinger Hubert fragte ob ich starten wollte, für ihn im Team und er einen Gratisstartplatz zur Verfügung hätte war ich am überlegen. Bis kurz vor Nennschluß hätte ich jedem Anderen den Vorzug gegeben, aber schließlich nahm ich das Angebot an und fuhr mit, in Flachau hatte ich sowieso noch eine Rechnung mit dem Stoneman offen, und das Rennen war Samstag Abend. 

Start war um 19:30, und fertig war es erst wenn der Sieger nach über 2h Rennzeit die Ziellinie überquerte. Davor gab es die Chance sich mittels Qualifikation (1 Runde) bei der Startaufstellung sich in die top 20 zu platzieren. Wer nicht so schnell war, die Qualifikationsrunde aber in Angriff nahm, hatte den Anspruch sich in den 2. Startblock zu stellen, für den Rest wartete Startblock 3. Gemeinsam mit Ellinger Hubert fuhr ich die Qualifikationsrunde gemütlich als Rekonride (Erkundungstour) um die Strecke kennenzulernen. So war ein Platz im Startblock 2 gesichert. Da ich keine XC-Erfahrung habe, dachte ich, dass nicht mehr drin gewesen wäre, im Nachhinein halte ich es für einen Trugschluss.

Das Rennen selbst ist unbeschreiblich, ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß macht sich Runde für Runde zu quälen. An der ganzen Strecke standen Zuschauer und feuerten uns an. Ein zusätzliches Erlebnis ist der späte Start mit der Anforderung im Dunkeln zu fahren. Nachdem ich 2 Runden gebraucht habe, meinen Rhythmus und meinen Platz im Teilnehmerfeld zu finden. Mit dem jungen Mountainbiketalent Thomas Kletzenbauer matchte ich mich Runde für Runde. Am langen Anstieg konnte ich meine Marathonroutine ausspielen, bei all den schnellen und knackigen Sachen, zeigte mir Thomas was Cross Country Fahrer für eine Tempohärte besitzen. Diese Explosivität fehlt mir als Marathonisti natürlich, dass ich ein paar Kilogramm auch noch mehr auf die Waage bringe, machen die Sache nicht leichter (welch Wortwitz). Die technischen Teile bereiteten mir eigentlich keine Probleme, da ich mit dem Fully startete und ich technisch nicht so schlecht bin. Der Fight mit Thomas dauerte bis zur vorletzten Runde, dann konnte ich 20-30m zwischen uns bringen. Es wirkte als wäre er platt. Aber der junge Wilde hat nochmal in der letzten (wir querten nach etwas über 2h die Zielllinie und mussten dann nochmal auf den Weg) aufgeschlossen und so lieferten wir uns einen erbitterten Fight bis 500m vor dem Ziel, die letzte kurze Harte Rampe. In dieser hatte er nochmal alles reingelegt und so 3 Sekunden zwischen uns gebracht die er bis ins Ziel gnadenlos verteidigte. Lustigerweise haben wir in der letzten Runde so hart gefightet, dass wir noch mindestens 2 Kontrahenten überholt haben und ich so das Ziel als 18. überquerte. Eigentlich gar nicht so schlecht für einen Langdistanzler. Im Ziel waren wir uns beide einig, dass es – vor allem durch unseren stetigen und immer fairen Fight – ein hammermäßiges Rennen war. Erwähnt werden soll noch, wir haben in 2:22 10 Runden geschafft, wobei wir nur vom Sieger und vom 2. Platzierten überrundet wurden. Bei der sehr hohen Dichte des Starterfeldes – es geht doch um eine sehr hohe Summe an Preisgeld – eine sehr gute Leistung.

Mein Fazit: Ich war immer der Ansicht, die Bike Night Flachau hat im Austria Marathon Cup nichts verloren. Nachdem ich es selbst miterlebt habe, bin ich jetzt etwas zwiegespalten. Es ist nach wie vor ein XC-Kurs, aber mit nur einem wirklichen Anstieg. Somit lässt es sich etwas mit einem welligen Marathon Profil vergleichen. Unabhängig davon, als Mountainbikesportler – egal wie stark man ist – muss man dies einmal miterlebt haben. Mein Dank gilt an dieser Stelle nochmals Ellilnger Hubert der mir seitens seines Sponsors pB-shop.at einen Startplatz schenkte! Kann ich nur schreiben, eine positive Erfahrung reicher und ich werde die Bikenight Flachau auch in Zukunft ins Auge für meinen Rennkalender fassen. Auch für Zuschauer muss ich sagen, ist es ein echtes Erlebnis und es ist stetig was geboten. Und wenn das noch alles nicht reicht, dann ist der exzellente Kaiserschmarrn ein echtes Argument!

Morgen wartet bereits das nächste Radsporthighlight auf mich, 

Stay tuned

Jojo

2. gesamt beim Arlberg Bike Marathon

Wie schon fast üblich startete ich auch heuer wieder beim Mountainbike Marathon in Sankt Anton. Eigentlich liegt mir das Rennen nicht, absolut unspektakulär und viel zu kurz. Man fährt auf zwei vom Tourismusverband ausgeschriebene Touren, und dies fast ausschließlich auf Schotter und Asphalt. Auf 35km muss man 1322hm bewältigen, und das ist die Langdistanz, es gibt sogar noch eine kurze Runde ;-)

Da mit der Strecke schon nicht die größte Herausforderung anstand, habe ich mir selbst zusätzliche auferlegt, und bin mit meinem alten 11kg schweren Racefully am Start gestanden. Das Hardtail habe ich beim M3 in Montafon gebrochen, wie weiß ich nicht, es ist mir erst im Ziel bei der Radwäsche aufgefallen.  

Mein Plan war nicht groß zu taktieren, das Rennen wie einen Hillclimb anzugehen (alles oder nichts) und sofern ich stark genug wäre, sofort auf die Führungsgruppe aufzuschließen. Als es in den ersten Berg ging, fuhr ich bereits in den top 10. Vorne machte sich der spätere Sieger Daniel Rubisoier auf und davon. Meter für Meter kämpfte ich mich nach vorne, bis ich schließlich circa in der Mitte des Anstiegs rauf zur Putzenalpe die Führung in der Verfolgergruppe übernahm, was Platz 2 bedeutete. Bergab konnte ich, vor allem Dank meinem 11kg Fully meine Stärke ausspielen (für irgendwas musste ich die 2kg Mehrgewicht den Berg raufbewegen). So schaffte ich es auf der doch recht losen und steilen Forststraße zurück nach St. Anton die restlichen Verfolger abzuhängen und gut eine Minute herauszufahren. Diesen Vorsprung wollte ich jetzt halten und startete wie auch Daniel eine Soloflucht. Als nächstes ging es zu Verwallsee, fast ausschließlich Asphalt und wenn es bergauf ging nicht zu spektakulär, schlecht für Solisten, gut für Gruppen. Dennoch konnte ich den Vorsprung sogar noch etwas ausbauen, was mich umso mehr motivierte.

Schließlich überquerte ich das Ziel als gesamt zweiter nach 1h33min, ziemlich unbemerkt vom eigentlich sehr erfahrenen Platzsprecher. 2:40 hinter Daniel Rubisoier, welcher meine absolute Hochachtung verdient. Platz 3-4 kamen schließlich 1:12 hinter mir ins Ziel. Ironischerweise waren die ersten 3 gesamt auch die ersten 3 der Altersklasse. 

Etwas Kritik muss man am Veranstalter üben: wenn man ein Mountainbikerennen veranstalten möchte, sollte man etwas Herzblut reinstecken, oder es besser sein lassen. Zum Beispiel wenn man bei einem Rennen durch die Veranstaltungsortschaft im vollen Rennen fährt, und das Stadtzentrum für diese gesperrt ist, sollte man nicht auch noch anderen Leuten die sich einen Arsch dafür interessieren ausweichen muss. Ebenso die Streckenbeschilderung. Ganz katastrophal war es in St. Anton selbst als es parallel zur Straße Richtung Pass ging, wusste man lange Zeit nicht, dass man richtig unterwegs ist. Schade fand ich, dass es nur eine Klassenpreisverteilung gab, aber die Gesamtschnellsten nicht erwähnt wurden, nur der Sieger, der bekam 200€, gesamt 2. und 3. wurden nicht einmal erwähnt. Dafür muss man positiv erwähnen, dass es ein sehr cooles, sportliches Trikot als Startgeschenk gab. 

Unterm Strich muss aber noch erwähnt werden: In diesr Region Region gibt es 3 Radsportevents die die Messlatte mehr als hoch legen, das Ischgl Ironbike, der M3 in Montafon und natürlich der Arlberg Giro in St. Anton selbst. Vielleicht arbeitet der Veranstalter daran sich zu bessern, würde mich freuen.

Alles in Allem bin ich mehr als zufrieden mit meiner Leistung, was ich eigentlich um diese Zeit der Saison seltenst behaupten kann... ich bin noch motiviert :-) Hier noch der Link zur Strava Einheit

Stay tuned!

6. Gesamt beim Gaudirace Ebbs

Heute fand das regional sehr beliebte Gaudirace auf die Aschinger Alm statt. Ich wollte meinen Start sehr spontan entscheiden, einerseits da ich sehr sehr schwere Beine vom Freitags Training hatte, welches aus 25min Einlaufen ins Fitnessstudio, 1h20 Beintraining auf Maximalkraft, 25min heim Laufen umziehen und die Kaiserrunde mit 34,6km/h Schnitt, wobei ich in Walchsee viel Zeit verlor, da ich mir beim Gangwechsel das große Kettenblatt verbogen hattee und um 12:10 alle Werkstätten geschlossen hatten... hat mir natürlich auch einen besseren Schnitt versaut! Dennoch, Homeoffice hat auch seine Vorteile :-). Andererseits wollte ich es auch wetterabhängig machen, da eigentlich für den Tag Regen prognostiziert war.

Regen war keiner, und um 12h habe ich mich doch entschlossen, schnell die Lightweights fürs Rennen zu montieren und spontan mitzufahren (Start um 14h). Bin dann um 13h runtergeradelt und meine Beine haben sich nicht gerade mit Freude zur Anstehenden Belastung gemeldet. Yipieee! Einfahren, war einfach einrollen um die Schmerzen etwas zu lindern. Als um 14h der Startschuß fiel, machte es klick und Körper und Geist haben auf Vollgas umgeschaltet, dass ich nicht mit 100% am Start stand war mir klar, aber ich wollte mit wehenden Fahnen untergehen. Als es bergauf ging war auch gleich mein Platz im Starterfeld gefunden. Als Roman Wienecke an mir vorbei zog, meinte ich zu mir selbst, an dem muss ich dran bleiben sonst wirds nichts. Das habe ich auch gemacht. Als es kurz flach wurde, hatte er Probleme beim Schalten, da habe ich ihn etwas supportet und angeschoben, denn wir spielen das Spiel stets fair. Bis es rauf zur Lichtung aus der letzten größeren Kurve (kurz vor Kölnberg) ging waren wir noch gemeinsam. Durch einen kurzen Aussetzer im Gehirn hat meine rechte Hand die Frechheit besessen und einen Gang hoch geschalten. Meine Beine meinten ich müsse darauf reagieren und im Kopf spielte das Lied vom Tod. Ich habe dann alles in diese Attacke gesetzt und konnte zuerst Roman und kurz darauf Mayer Michael einholen und in weiterer Folge hinter mir lassen. Schließlich erreichte ich das Ziel in einer Zeit von 19:59 als gesamt 6. Bin mit dieser Zeit mehr als zufrieden, da ich eigentlich keine Erwartung in das Rennen gesteckt habe. Früher war das Ziel des Gaudirace ca 400m vor der Aschingeralm, und ich kann mich erinnern, dass ich beim letzten Start eine Zeit knapp über 20min benötigte.

Kleine Ironie noch zum Schluß, Als wir das Ziel erreichten, setzte allmählich der Regen ein... es war echt eine Freude vom Berg unten zu sein und im Regen wieder nach Kufstein heim zu radeln... :-P

 Bis Bald

 Johannes

 

 

Bei den Bildern muss ich mich bei Manfred Larcher von www.sportgaudi.at (ohne Logo), bzw. bei Reinhard Thrainer von www.global-tyrol.com (mit Logo) bedanken. 

Liebe Bikergemeinde... zum Nachdenken

Ich war am Sonntag auf dem Stoneman Taurista in und um Flachau unterwegs. Bei der letzten, eigentlich einfachen Schotterabfahrt, nach gefahrenen 120km und 5000hm in den Beinen, fuhr ich gegen 21h anstelle der Asphaltstraße vom Sattelbauer auf Suche nach einem Trail die Schotterstraße bergab. Durch diese Aktion wurde ich traurigerweise zum Ersthelfer: in einer Linkskurve lag innenseitig in einer vom Regen ausgeschwemmten Rinne Kopf voraus ein schwerverletzter Mann, regungslos und noch immer eingeklemmt vom Fahrrad, natürlich ohne Helm am Kopf. Es dauerte 90min bis zusätzliche Hilfe eintraf.

Heute hat mich der gute Herr angerufen und sich bedankt. Sein Fazit: Neben diversen Schnitt- und Rissquetschwunden, gebrochene Nase, 2 ausgeschlagene Zähne, gebrochenes Schlüsselbein, 4! gebrochene Rippen und Organquetschungen.

Eigentlich will ich 2 Sachen hier loswerden, (es fällt mir nämlich laufend auf): tragt einen Fahrradhelm! Er bringt euch weder was am Lenker, oder daheim im Regal. Ein modernes Fahrrad ist eh schon so teuer, ein elektrisches umso mehr, da machens die paar Euro für einen passenden Helm nicht aus. Allein wenn ich an das Gesicht denke, das ich mit meinem Wasser versucht habe halbwegs von rot zu befreien... will - außer ein Statist in "The Walking Dead" - keiner haben. Was nützt euch die tolle Frisur, wenn das Gesicht für einen Zombiefilm taugt. Außerdem sind eh alles Insekten in den Haaren. Heißer ist es damit auch nicht. Auch nicht bergauf, das könnt ihr mir glauben. Moderne Helme nutzen Effekte um die Luft durch die Öffnungen sinnvoll zu leiten, funktioniert auch bei 25km/h und weniger. Man weiß auch nie wer oder was von oben herab kommt. Ach ja, und die Bänder mit dem Verschluß haben einen Sinn (daher auch der Name Verschluß).

Und das zweite ist: auch wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist gilt: 0 Promille, 0 Probleme!!! Oder zumindest weniger. Musste auch das Unfallopfer bekennend zugeben. Da nützt es dir auch nichts, wenn dir ein 4 Sterne Hotel in Flachau gehört...

Unabhängig davon, noch eine Überlegung: bevor ihr eurem Händler den letzten Cent Rabatt rausschlägts, fragts besser ob er mit euch eine grundlegende Fahrtechnikschulung macht, oder euch an eine vertraute Person verweist. Das würde den Fahrspaß und/oder das Bergerlebnis um ein Vielfaches erhöhen. Raufkommen ist das eine... Es sind Basics die den Genuss ohne Probleme um den Faktor 100 erhöhen, bergab fahren muss keine Stresssituation sein, es kann der pure Fahrspaß sein..

Ein paar Beispiele:

-) stellt das Rad passend für euch ein (Bremshebel, Druck in allen entsprechenden Komponenten...) oder lasst es von jemanden der sich auskennt, wenn ihr euch wohl fühlt seit ihr sicherer unterwegs.

-) stehend bergab fahren, dadurch ist man wendiger

-) vor der Kurve und nicht in der Kurve bremsen (lernt man auch beim KFZ Führerschein)

-) kurveninnere Bein nach oben, Druck aufs kurvenäußere Pedal, beim gerade aus fahren Beine parallel, waagrecht natürlich

-) vorausschauend fahren, durchs periphere Sehen, nimmt man die 2m vor sich sowieso wahr. Man erkennt Hindernisse viel früher und wird dadurch blöderweise schneller 😉

-) es braucht nicht 2bar Luft im Reifen, auch dass es mit mehr Luft leichter bergauf rollt wurde wiederlegt, gibt dazu Masterarbeiten

-) Entspannt bergab fahren, genießen und Lächeln

Das sind Basics, die bringen aber schon viel.

Ich möchte zusätzlich noch anmerken ich habe nichts gegen die auftretende Zunft der E-Biker, im Gegenteil, ich begrüße sie. Denn dadurch muss unter anderem am Angebot bzw. Wegenetz was gemacht werden, vielleicht wird auch eines Tages das Forstgesetz von 1975 dementsprechend adaptiert, think positive. Schließlich wird dadurch auch unser Sommertourismus mächtig angekurbelt. Auch mit dem Rennrad merkt man erfreulicherweise, dass immer mehr motorisierte Verkehrsteilnehmer wissen wieviel Abstand MINDESTENS einzuhalten ist (von der Spiegelaußenseite mindestens 1 Meter plus die Geschwindigkeit in Zentimeter, dh zBsp in der Stadt 1,5m). Ich schließe daraus, dass der ein oder Andere auch stolzer Fahrradbesitzer ist. Man kann gemeinsam mit Schwächeren fahren und und und. Einzig was mich stört, die Respektlosigkeit, wenn man bergauf vollgas überholt wird, ganz starke Leistung, großes Kino!

Imposanter finde ich, dass Wanderer als erstes mein Rad beim vorbei fahren nach einem Motor absuchen. Zaubert mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht... 😎

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