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Bike Night Flachau

Die olympische Disziplin Cross Country und mich verbindet eine Hassliebe, ehrlich gesagt gar keine Liebe. Am Anfang meiner doch recht späten, sportlichen Laufbahn habe ich XC Rennen neben Hillclimbs bestritten, hauptsächlich weil es im Verein so praktiziert wurde. 

Letzter XC ist wahrscheinlich 13 Jahre her und so stand die Bike Night in Flachau auch niemals auf meinem sportlichen Radar. Aber als mich Ellinger Hubert fragte ob ich starten wollte, für ihn im Team und er einen Gratisstartplatz zur Verfügung hätte war ich am überlegen. Bis kurz vor Nennschluß hätte ich jedem Anderen den Vorzug gegeben, aber schließlich nahm ich das Angebot an und fuhr mit, in Flachau hatte ich sowieso noch eine Rechnung mit dem Stoneman offen, und das Rennen war Samstag Abend. 

Start war um 19:30, und fertig war es erst wenn der Sieger nach über 2h Rennzeit die Ziellinie überquerte. Davor gab es die Chance sich mittels Qualifikation (1 Runde) bei der Startaufstellung sich in die top 20 zu platzieren. Wer nicht so schnell war, die Qualifikationsrunde aber in Angriff nahm, hatte den Anspruch sich in den 2. Startblock zu stellen, für den Rest wartete Startblock 3. Gemeinsam mit Ellinger Hubert fuhr ich die Qualifikationsrunde gemütlich als Rekonride (Erkundungstour) um die Strecke kennenzulernen. So war ein Platz im Startblock 2 gesichert. Da ich keine XC-Erfahrung habe, dachte ich, dass nicht mehr drin gewesen wäre, im Nachhinein halte ich es für einen Trugschluss.

Das Rennen selbst ist unbeschreiblich, ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß macht sich Runde für Runde zu quälen. An der ganzen Strecke standen Zuschauer und feuerten uns an. Ein zusätzliches Erlebnis ist der späte Start mit der Anforderung im Dunkeln zu fahren. Nachdem ich 2 Runden gebraucht habe, meinen Rhythmus und meinen Platz im Teilnehmerfeld zu finden. Mit dem jungen Mountainbiketalent Thomas Kletzenbauer matchte ich mich Runde für Runde. Am langen Anstieg konnte ich meine Marathonroutine ausspielen, bei all den schnellen und knackigen Sachen, zeigte mir Thomas was Cross Country Fahrer für eine Tempohärte besitzen. Diese Explosivität fehlt mir als Marathonisti natürlich, dass ich ein paar Kilogramm auch noch mehr auf die Waage bringe, machen die Sache nicht leichter (welch Wortwitz). Die technischen Teile bereiteten mir eigentlich keine Probleme, da ich mit dem Fully startete und ich technisch nicht so schlecht bin. Der Fight mit Thomas dauerte bis zur vorletzten Runde, dann konnte ich 20-30m zwischen uns bringen. Es wirkte als wäre er platt. Aber der junge Wilde hat nochmal in der letzten (wir querten nach etwas über 2h die Zielllinie und mussten dann nochmal auf den Weg) aufgeschlossen und so lieferten wir uns einen erbitterten Fight bis 500m vor dem Ziel, die letzte kurze Harte Rampe. In dieser hatte er nochmal alles reingelegt und so 3 Sekunden zwischen uns gebracht die er bis ins Ziel gnadenlos verteidigte. Lustigerweise haben wir in der letzten Runde so hart gefightet, dass wir noch mindestens 2 Kontrahenten überholt haben und ich so das Ziel als 18. überquerte. Eigentlich gar nicht so schlecht für einen Langdistanzler. Im Ziel waren wir uns beide einig, dass es – vor allem durch unseren stetigen und immer fairen Fight – ein hammermäßiges Rennen war. Erwähnt werden soll noch, wir haben in 2:22 10 Runden geschafft, wobei wir nur vom Sieger und vom 2. Platzierten überrundet wurden. Bei der sehr hohen Dichte des Starterfeldes – es geht doch um eine sehr hohe Summe an Preisgeld – eine sehr gute Leistung.

Mein Fazit: Ich war immer der Ansicht, die Bike Night Flachau hat im Austria Marathon Cup nichts verloren. Nachdem ich es selbst miterlebt habe, bin ich jetzt etwas zwiegespalten. Es ist nach wie vor ein XC-Kurs, aber mit nur einem wirklichen Anstieg. Somit lässt es sich etwas mit einem welligen Marathon Profil vergleichen. Unabhängig davon, als Mountainbikesportler – egal wie stark man ist – muss man dies einmal miterlebt haben. Mein Dank gilt an dieser Stelle nochmals Ellilnger Hubert der mir seitens seines Sponsors pB-shop.at einen Startplatz schenkte! Kann ich nur schreiben, eine positive Erfahrung reicher und ich werde die Bikenight Flachau auch in Zukunft ins Auge für meinen Rennkalender fassen. Auch für Zuschauer muss ich sagen, ist es ein echtes Erlebnis und es ist stetig was geboten. Und wenn das noch alles nicht reicht, dann ist der exzellente Kaiserschmarrn ein echtes Argument!

Morgen wartet bereits das nächste Radsporthighlight auf mich, 

Stay tuned

Jojo

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